Mein aktueller Trainingszustand – Leistungsdiagnostik am IPS in Bad Rothenfelde [Video]

Es ist eigentlich der Tag meiner „Trainingskarriere“ schlechthin, denn die Leistungsdiagnostik stellt die Ausgangslage dar und ist damit ein Meilenstein in meiner Trainingsplanung. Dazu ging es in die Schüchtermann-Klinik in Bad Rothenfelde.

Nach einer Terminverschiebung war es am 11. Januar endlich soweit. Ich wurde ganz herzlich von Frau Stephanie Mommertz und Frau Mechthild Usslepp vom IPS (Institut für Prävention und Sportmedizin) empfangen. Das Untersuchungslabor befindet sich in einem richtig schönen Wintergarten und ist recht gemütlich bei diesem Schmuddelwetter.

Nach einem Anamnese-Bogen ging es weiter zum Ruhe-EKG. Hierzu habe ich mich auf eine Liege gelegt und am Oberkörper Elektroden angelegt bekommen. Auch an den beiden Handgelenken und den Fußgelenken wurden jeweils Elektroden befestigt.

Nun hieß es erst mal ,,ganz ruhig atmen und entspannen“ – gar nicht so leicht wenn man noch nie bei einer solchen Leistungsdiagnostik war und nicht weiß was auf einen zukommt. Ich war also etwas nervös. 86 BPM (übersetzt: Schläge pro Minute) – das ist gemessen an meinem Ruhepuls an anderen Tagen schon sehr hoch. Morgens habe ich teilweise einen Ruhepuls von 47-50 BPM.

Nach dem EKG konnte ich mich dann in meine Sportklamotten werfen. In der Zwischenzeit überprüfte ein Kardiologe meinen EKG nach Auffälligkeiten. Als ich dann „grünes Licht“ bekam, konnte es nun endlich losgehen.

Es stand noch die Entscheidung aus, ob ich für das Erste mal auch die Spiroergometrie (Atemgas-Untersuchung) mit in den Test aufnehme. Aus Erfahrung empfahl mir Frau Mommertz diese Untersuchung erst mal auszulassen und stattdessen für die Leistungsdiagnostik auf dem Fahrrad aufzuheben. Die Sauerstoffmaske löst bei vielen Sportlern ein ungutes Gefühl aus und schränkt die räumliche Wahrnehmung ein. Besonders bei „Unerfahrenen“ führt dies zu einem vorzeitigen Abbruch des Tests, da die subjektive Wahrnehmung einer Erschöpfung schneller eintritt. Empfohlen und beherzigt – die Spiroergometrie steht also erst bei meiner Raduntersuchung an.

Im Anschluss wurde mein Ohrläppchen mit einer Salbe eingerieben und nach wenigen Minuten kann ich Euch sagen, wurde es verdammt warm. Die Durchblutung wurde angeregt, damit an dieser Stelle das Blut einfacher abgenommen werden kann.

Es konnte losgehen! Noch im Ruhezustand, wurde mir zum ersten Mal Blut abgenommen um zu schauen, wie die Ausgangswerte im Blut sind. Schließlich bekam ich noch ein Herzfrequenz-Messgerät angelegt. Dann startete ich mit der ersten Stufe: 6 km/h laufen für 3 Minuten. Auch wenn man die 6 km/h noch spazieren kann, sollte ich mit lockerem Laufen beginnen, um den Stoffwechsel in Schwung zu bringen. Nach den 3 Minuten dann 30 Sekunden Pause und Blut abnehmen.

Weiter geht’s: Stufe 2 mit 8 km/h für 3 Minuten. Nun kam ich so langsam in das gewohnte Gefühl des Lauftrainings. Auch danach wieder Blutabnehmen.

Stufe 3 mit 10 km/h: Immer noch gewohnte Geschwindigkeit aus dem Training aber ein bisschen komisch, da ein Laufband automatisch die Laufmotorik verändert. Ich bin absolut kein Laufband-Läufer. Wieder Blutabnahme.

Stufe 4 mit 12 km/h: Ui, Ui, Ui, das Gefühl kennt man nur aus dem Intervall-Training. Schon recht unangenehm diese Geschwindigkeit konstant für 3 Minuten zu laufen. Zur Sicherheit bekam ich schon einen Gurt um, damit im Falle eines Fehlers das Laufband zum erliegen kommt, was nicht gerade ein beruhigender Gedanke war. Die 3 Minuten dauerten extrem lange und hier war ich schon schwer am Atmen. Der Puls lag bereits bei 179 BPM. Also wieder Blut abgenommen.

Stufe 5 mit 14 km/h: Jetzt wurde es kritisch. Das hat nichts mehr mit dem normalen Lauftraining für mich zutun. Ich erinnerte mich dabei an den 100 m Sprint bei den Bundesjugendspielen. „Keine 3 Minuten halte ich das durch“ – sagte ich mir und biss die Zähne zusammen. Frau Mommertz gab mir regelmäßig die Zeiten durch und motivierte mich durch kleine Anfeuerungen. Am Ende der 3 Minuten war ich schon komplett fertig. Der Puls lag nun bei 192 BPM. Nochmal Blut abnehmen und ich wollte nochmal los.

Stufe 6 mit 16 km/h: Das war einfach nur noch eine Qual. Meine Beine waren schon zu und dadurch, dass es keine richtigen Pausen gab, war die Stufe konsequent ein Kampf gegen meine Psyche und meinen Körper. Nach einer Minute auf dieser Stufe bin ich dann vom Band gesprungen. Ende für mich. Blut abnehmen und mir einreden, dass das meine beste Leistung war, dich ich erbringen konnte. Es beruhigte mich, dass die Damen mir berichteten, dass bspw. Fußballer in der Regel bei 12-14 km/h aussteigen.

Dann kam die „Cool Down“-Phase, bei dem ich weiter auf dem Laufband für 5 Minuten gelaufen bin. Hier wurde geschaut, wie schnell sich mein Puls wieder runterstuft. Auch Blut wurde ein letztes Mal entnommen.

Im Anschluss konnte ich dann etwas trinken und unter die Dusche springen.

Zum Ende kam dann die Auswertung der Analyse. Bei einer Tasse Kaffee (ja, jetzt durfte ich wieder) ging Frau Mommertz mit mir das Testergebnis durch. Meine Defizite liegen in den Grundlagen der Ausdauer. Und das ist auch absolut aus meiner Trainingspraxis nachvollziehbar, denn meine Trainingseinheiten dienen Abends noch dem „Auspowern“. Durch das Auspowern komme ich schnell in den anaeroben Bereich. Also der Bereich, in dem die Energie nicht mehr aus der normalen Sauerstoffaufnahme des Körpers gewonnen werden kann, sondern sich an den Reserven der gespeicherten Kohlenhydrate in Form von Glykogenen bedient.

Durch das untersuchte Blut in den einzelnen Belastungsstufen konnte festgestellt werden, wie hoch der Anteil an Laktat in meinem Blut ist. Laktat ist das Abfallprodukt aus der Spaltung von Kohlenhydraten zur Gewinnung von Energie unter Sauerstoffarmut. Und dieser Anteil war bereits in den ersten Belastungsstufen recht hoch. Besonders hierbei zeichnet sich der Ausdauerathlet aus, denn es gilt möglichst lange im aeroben Bereich aktiv zu sein und seine Glykogenspeicher zu schonen.

Was ist also zu tun?

Das Training muss nun deutlich in dem Bereich der Grundlagen-Ausdauer geschehen. Das bedeutet konkret im unteren Herzfrequenzbereich zu trainieren. Das wird mir erst mal sehr schwer fallen, da das Gefühl des „Auspowerns“ nicht mehr so im Vordergrund steht und dafür mehr die Ausdauer trainiert wird.

In ca. acht Wochen geht es dann wieder erneut zum IPS. Diesmal aber mit dem Rad unter den gleichen Testbedingungen. Allerdings wird beim nächsten Mal die anfangs angesprochene Spiroergometrie als Analyse durchgeführt, sodass auch die Sauerstoffaufnahme während der Belastung untersucht wird. Schon in den acht Wochen sollten sich idealerweise erste Verbesserungen in Sachen anaerober Schwelle ergeben.

Ich danke nochmals ganz herzlich dem Team des IPS in Bad Rothenfelde, Frau Mommertz und Frau Usslepp. Es hat mir wirklich gut gefallen und ich habe mich auch sehr professionell betreut gefühlt!

Weitere Informationen zum IPS findet ihr hier: Schüchtermann-Klinik IPS

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